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SAM Helpdesk: 3 Lizenzfragen und unsere Antworten darauf

Ohne IT geht heute nichts mehr und kaum ein Unternehmensbereich wird nicht durch digitale Werkzeuge unterstützt. Damit einher gehen komplexe und verzahnte IT-Infrastrukturen sowie eine Vielfalt an Software und Lizenzen. Neuerungen in den Lizenzprogrammen, schwer verständliche Lizenz- und Nutzungsbedingungen, aber auch Änderungen in der eigenen Infrastruktur lassen früher oder später selbst bei IT-Profis Fragen zu Lizenzierungen aufkommen.
Im Webportal SAM Helpdesk von ConSalt laufen täglich Fragen zu Lizenz­problemen auf. Eine Auswahl mit den entsprechenden Antworten unserer Fach­experten zeigen wir in diesem Beitrag auf.

Lizenzfragen – Was tun?

Die Lizenzprogramme und -bedingungen der Software-Hersteller, aber auch die eigenen technischen Infrastrukturen ändern sich regelmäßig. Für Unternehmen ist es deshalb sehr schwierig, jede Veränderung im Blick zu behalten und für alle im Unternehmen installierten Softwareprodukte die korrekten Lizenzbedingungen zu kennen. Eine klare und unmissverständliche Beschreibung der Lizenz- und Nutzungsbedingungen ist oft nicht vorhanden und sorgt für Verunsicherungen und viele Fragen.

Für Unternehmen bieten sich diverse Möglichkeiten, Lizenzfragen zu klären:

  • Eigene Recherchen sind oft langwierig und binden wertvolle Zeit- und Personalressourcen. Zudem sind die Lizenzbedingungen der Hersteller häufig nicht klar genug definiert, unüberschaubar und sorgen für Verwirrung.
  • Software-Hersteller und Reseller, agieren aber nicht immer neutral, denn das Ziel ist der Verkauf von Lizenzen.
  • Das Web-Portal SAM Helpdesk von ConSalt, um schnell und unkompliziert Antworten auf Lizenzfragen zu erhalten

Fragen und Antworten aus unserem SAM Helpdesk

Durch das Web-Portal SAM Helpdesk von ConSalt bekommt der Kunde schnell, auf die eigene Situation zugeschnittene, belastbare Informationen, auf die man sich verlassen kann.

Die tagtäglich eingehenden Fragen könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Einen kleinen Auszug eingehender Fragen und der Antworten der ConSalt-Experten, haben wir nachfolgend zusammengestellt:

1. Frage zum Thema: Windows 10 Lizenzierung

„Wir wollen und werden mehrere virtuelle Maschinen in unserem Rechenzentrum auf vSphere ESXi mit Windows 10 betreiben.
Es wird also ein Nutzer von seinem Dienst-Laptop und/oder von seinem privaten PC auf eine oder mehrere virtuelle Clients zugreifen, auf denen seine eigentliche Arbeitsumgebung installiert ist. Von diesem virtuellen Client wird auf die Server-Infrastruktur zugegriffen, um weitere Serverdienste bzw. Applikationen zu nutzen.
Was muss ich bei der Lizenzierung beachten? Was sollte ich für Lizenzen für Windows 10 kaufen?“

Die Antwort der ConSalt-Experten:

Grundsätzlich kann man sagen, dass Sie für die Virtualisierung des Betriebssystems Lizenzen für Windows 10 E3/E5 mit Software Assurance benötigen. Hierzu ist ein sogenanntes Qualifizierendes Betriebssystem als Basis nötig (OEM). Sollten die Zugriffe auf die virtuellen Instanzen von Tablets oder privaten Geräten erfolgen, kann hierfür „VDA Subscription“ (Virtuell Desktop Access) erworben werden.
Hierfür erhalten sie jeweils das Recht, auf bis zu 4 virtuelle Instanzen zugreifen zu dürfen. Bei Lizenzierung des Gerätes dürfen die Zugriffe von diesem Gerät aus erfolgen. Bei Lizenzierung des Nutzers, darf der Zugriff von Geräten aus erfolgen, die für Windows Pro/Enterprise in den Versionen 7, 8, 8.1 oder 10 lizenziert sind.

Notwendige Lizenzen:

Zugriff des Firmen-Laptops 
-> Windows Enterprise E3 Upgrade mit Software Assurance pro Nutzer
Zugriff auf bis zu 4 virtuelle Instanzen
Zugriff mit jedem Gerät  (auch Privat-PC, Tablet, Smartphone)

Zugriff des privaten PCs (sofern kein Firmenlaptop vorhanden bzw. lizenziert ist)
-> VDA pro Nutzer
Zugriff auf bis zu 4 virtuelle Instanzen
Zugriff mit jedem Gerät  (auch Privat-PC, Tablet, Smartphone)
 
Ergänzend benötigen Sie die entsprechenden Lizenzen für den Zugriff des Firmen-Laptops und/oder des Privaten PCs auf die Server-Infrastruktur über den virtuellen Client:
 
-> Client Zugriffslizenz (CAL) pro Nutzer für die Windows Server (Windows CAL per User)
-> Im Fall von Nutzung der Remote Desktop Diensten ( Client Zugriffslizenz (CAL) pro Nutzer für die Remote Desktop Dienste des Windows Servers ( Remote Desktop Services CAL)
-> Client Zugriffslizenz (CAL) pro Nutzer für weitere Server (z.B. SQL, SharePoint, Exchange … )
 

Zugriffsregelung für Admin-Rechte:
Auszug aus den Produktbestimmungen von Microsoft:
Der Kunde darf ausschließlich zu Administrationszwecken zwei Nutzern ohne CALs den Zugriff auf in zulässigen OSEs ausgeführte Serversoftware gestatten. Dem Kunden ist es außerdem gestattet, den Remotezugriff auf andere Produkte zu erlauben, jedoch ausschließlich zu dem Zweck, technischen Support für Lizenzierte Nutzer oder auf Lizenzierten Geräten zu erbringen.
 
Bei weiteren Fragen stehe ich natürlich gern zur Verfügung.

2. Frage zum Thema: iOS-App für Outlook

„Please clarifiy how the iOS-App for Outlook needs to be licensed and take into consideration that most of the companies currently are provided with on-prem Core-CALs.

Die Antwort der ConSalt-Experten:

For the iOS-app for Outlook itself is no license required. It is available as a free download from the Apple App-Store.
However, in contrary to this the access to (i) the Exchange-Server or (ii) to Exchange Online requires a license:
(i) The existing CoreCAL needs to be per user to grant access rights to every devise of this user (User-CALs have been in the current CPS).
(ii) Either an Exchange Online Plan or an O365E1/E3/E5 plan is required to get access to the online-features or to an On-Premise Exchange Server through the "dual use right", which means that the user is allowed to access both Exchange Online and/or Exchange Server.
The On_premise CoreCAL allowes to access just On-Premise servers, not the Exchange Online version.
Best regards

3. Frage zum Thema: SAP-Userlizenztyp für Budgetplanungen

„Ich habe eine Anfrage aus dem SAP-Berechtigungsteam, und zwar wollte man klären, welchen SAP-Userlizenztyp man wohl am besten für Budgetplanungstätigkeiten verwenden sollte. Wir verwenden für unsere Budgetplanung ein AddOn, über das KST-Verantwortliche ihre Budgets planen, und deren Vorgesetzte wiederum diese Budgets freigeben. Derzeit haben wir diesen Tätigkeiten den Usertyp Professional zugeordnet, sind aber nicht sicher, ob nicht auch ein etwas weniger teurer Usertyp (MSS?) reichen würde.“

Die Antwort der ConSalt-Experten:

Ich gebe zunächst einmal kurz mein Verständnis von der momentan verwendeten Infrastruktur wieder.

Mitarbeiter A plant im AddOn sein Budget und speichert diese Planung ab. Mitarbeiter B (Vorgesetzter) erhält hierüber eine Info, prüft die Budgetplanung und gibt anschließend sein Approval/Disapproval. Im Falle eines Approvals der Planung (Mausklick des Vorgesetzten) werden die Budgetplanungen in Richung SAP System weitergeleitet und abgespeichert.

In diesem Fall ist zunächst einmal festzuhalten, dass lediglich die Vorgesetzten, die die Planungen freigeben und Richtung SAP System weiterleiten, zu lizenzieren sind. Diese Nutzer nennt SAP selbst „Aggregatoren“.
Für den vorliegenden Fall ist eine SAP Professional Named User Lizenz definitiv zu großzügig angesetzt. Hier besteht durchaus Einsparpotential.

Der MSS User könnte schon der richtige Nutzertyp sein. In der SAP PKL 2017 heißt es zum MSS User:
„Der SAP Manager Self-Service User ist ein Definierter Nutzer, der berechtigt ist, eine oder mehrere der folgenden Manager-Self-Service-Rollen auszuführen: […] (v) Anzeigen von Budgetübersichten, […] (vii) Durchführung von Planungsaufgaben […]“

Wendet man diese Beschreibung auf Ihre momentane Aufstellung des Prozesses der Budgetplanung an, so lässt sich sagen, dass die Vorgesetzten sich die Budgetübersichten zunächst natürlich anzeigen lassen und anschließend weitere Schritte (Genehmigung, Weiterleitung an SAP Systeme) im Rahmen dieser Planungen durchführen. Letzteres stell also zusammengefasst eine Weiterverarbeitung der Budgetplanung und demnach mE eine Durchführung von Planungsaufgaben dar. Demnach wären also die Voraussetzungen für den SAP MSS Named User gegeben. Leider sind die Definitionen einzelner Named User Typen seitens der SAP häufig recht schwammig und lassen sich daher selten zu einhundert Prozent auf bestimmte Nutzungsszenarien auf Kundenseite anwenden. Mit einem MSS User wäre Sie für den vorliegenden Fall jedoch gut ausgestattet.

Keine Angst vor Fragen

Selbst berufserfahrene IT-Profis können nicht alles wissen, denn sie bewegen sich in einem enorm komplexen Themenfeld. Eine falsche Lizenzierung kann für Unternehmen aber schnell teuer werden. Es lohnt sich also, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen, Unterstützung einzuholen und Fragen zu stellen. Dies beweist Ihre Umsicht und kann Ihr Unternehmen vor empfindlichen Strafen schützen oder auch Kosten durch eine intelligente Lizenzstrategie senken.

Fragen Sie uns - wir helfen Ihnen gern unter samhelpdesk@consalt.de.

Über die Autorin

Portrait Julia Bender

Julia Bender hat als ConSalt Service Managerin ConFour mehr als 8 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Dabei liegen Ihre Kernkompetenzen im Bereich IT-Lizenzmanagement, Vertrags­management sowie IT-Controlling. Mit Ihrem breit angesiedelten Leistungs­portfolio ist sie Ihre perfekte Ansprech­partnerin im Bereich SAM Helpdesk.

Kategorie:

ConSalt

Stichworte:

  • #Lizenzierung
  • #Lizenzproblem
  • #SAM Helpdesk
  • #Software Asset Management

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