Combined Shape abonnieren

Indirekte Nutzung von SAP®-Software

Die Thematik der indirekten Nutzung von SAP®-Software ist unlängst wieder in den Fokus geraten. Im Fall SAP®vs. Diageo[1] entschied ein englisches Gericht zugunsten SAP® und gab damit ein klares Statement[2] ab. Zwar ist der Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft und ebenso ist fraglich, welche Wirkung das Urteil auf nationale Gerichte haben wird, doch wurde deutlich, welche Probleme bei der Lizenzierung von SAP®-Software auf Kunden zukommen können.

Was gilt als indirekte Nutzung von SAP® Software?

Zunächst stellt sich überhaupt die Frage, was eigentlich als indirekte Nutzung von SAP® Software gilt. SAP® selbst spricht immer dann von indirekter Nutzung, wenn eine Drittsoftware über eine Schnittstelle mit SAP®-Software kommuniziert und hierbei ein Datenaustausch stattfindet.

Als konkretes Beispiel: ein Kunde bekommt eine Warenlieferung, deren einzelne Pakete mit einem Handscanner inventarisiert werden. Um genau zu wissen, in welchem Regal die Ware ihren Platz findet, sendet die Fremdsoftware des Scannersystems z. B. die Produktkennung an SAP®, woraufhin SAP® den korrekten Lagerplatz zurücksendet. Entscheidend ist hierbei vor allem die durch eine Person ausgelöste Kommunikation und der damit verbundenen Datenabfrage aus SAP®. SAP® würde in diesem Fall für jede Person, die in der Logistik ein solches Scannersystem verwendet eine Named User (also eine persönlich an den einzelnen Mitarbeiter vergebene) Lizenz voraussetzen. Dies kann bei entsprechender Mitarbeiteranzahl mit hohen Lizenzierungskosten verbunden sein. Betroffen ist hiervon grundsätzlich jedes Unternehmen, das SAP® in Verbindung mit Drittsoftware einsetzt.

Dennoch gibt es ebenso Szenarien, bei denen auch SAP® anerkennt, dass keine indirekte Nutzung vorliegt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Informationen aus SAP® lediglich „statisch gelesen“ werden (sog. Static Read als „Outbound“-Kommunikation). Gibt es weder eine spezifische Abfrage auf Grund eines User-Queries und werden Informationen aus SAP® nur gelesen, nicht jedoch zurückgeschrieben, so kann ein solches Szenario vorliegen, für das keine zusätzlichen Lizenzen auf Named User Basis zu erwerben sind. Zusätzlich spielen bei diesem Thema auch sogenannte „Aggretatoren“ eine wichtige Rolle. Sind zwischen dem Prozess der Datenabfrage über eine Fremdsoftware an das SAP®-System Personen zwischengeschaltet, die diese Abfrage näher betrachten und anschließend genehmigen oder abweisen können, so sind auch nur diese zu lizenzieren.

Es lässt sich sagen, dass SAP® durchaus daran interessiert ist mit seinen Kunden eine attraktive kaufmännische Lösung für indirekte Nutzungsszenarien zu finden.

Unwissenheit schützt nicht vor Risiken

Auf Grund dieser Risiken und der vorgenannten Entwicklungen, sollten SAP®-Kunden ihre Softwarenutzung jedoch stets im Blick haben und technische Prozesse nach Möglichkeit anpassen. Einen sehr guten Überblick über mögliche Risiken bekommt man durch Konsolidierung aller Fremdapplikationen und deren Funktionsweise im Zusammenhang mit SAP®. ConSalt kann dabei helfen, diese Konsolidierung durchzuführen und anhand der Dokumentation der einzelnen Applikationen eine erste Risikobewertung einer möglichen indirekten Nutzung abzugeben. Aus dieser Bewertung können wiederum generische Szenarien abgeleitet werden, die dem Kunden dabei helfen, neu eingeführte Applikationen korrekt in der technischen Umgebung einzusetzen und somit ein Lizenzierungsrisiko zu minimieren.

Quellen

[1] Hierzu auch: „Bewertung Rechtstreit SAP vs. Diageo“, Marco Widlok, unter: http://www.consalt.de/de/artikel/bewertung-rechtstreit-sap-vs-diageo.html (zuletzt abgerufen am 25.08.2017)

[2] [2017] EWHC 189 (TCC), unter: http://www.bailii.org/ew/cases/EWHC/TCC/2017/189.html (zuletzt abgerufen am 25.08.2017)

Kategorie:

IT

Stichworte:

  • #Hachenberger
  • #indirect Access
  • #indirekte Nutzung
  • #Lizezierung
  • #SAP

Zurück

Wir verwenden Cookies, um die Nutzung unserer Web­site zu analy­sieren und diese für Sie zu ver­bes­sern. Sie erklären Sie sich damit ein­ver­stan­den, dass wir Cookies ein­set­zen, wenn Sie unsere Seite weiter nutzen. Weiterlesen …