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Wirklich faire Lösung? - SAP® stellt neues Preismodell vor

Angekündigt war es schon lange: Am 10.04.2018 hat SAP® das neue Vertriebs-, Audit- und Preismodell „ERP Pricing for the Digital Age“ vorgestellt, dass die indirekte Nutzung („Indirect Access“) transparenter regeln soll. Das Modell wurde in enger Zusammenarbeit mit Anwendergruppen, Kunden, Partnern und Analysten entwickelt.

Ob das neue Preismodell für die indirekte Nutzung fair, transparent und zum Vorteil der SAP-Kunden gereicht, dessen ist sich Dr. Jan Hachenberger, Partner and Executive Bord Member sowie Lizenzexperte bei ConSalt, jedoch nicht sicher.

Was ist neu?

Das neue Modell ist ein wirkliches Novum und orientiert sich beim indirekten Zugriff (Digital Access) nicht mehr an der Zahl der Nutzer (User), sondern setzt auf eine transaktionale Metrik.

Indirekter digitaler Zugriff/ Digital Access – Dieser erfolgt, wenn Geräte, Bots oder automatisierte Systeme auf SAP® zugreifen; oder wenn Personen, Geräte oder Systeme SAP® indirekt über eine zwischengeschaltete Software eines anderen Anbieters nutzen – zum Beispiel ein Nicht-SAP®-Frontend, eine eigenentwickelte Kundenlösung oder die Anwendung eines Drittanbieters.

Anders als bisher werden beim Digital Access von nun an auf Basis der vom System selbst verarbeiteten Transaktionen/Dokumente, sogenannte „Documents“ lizenziert. Dazu gehören:

  • Sales Document (counted at line item level)
  • Invoice Document (counted at line item level)
  • Purchase Document (counted at line item level)
  • Service & Maintenance Document
  • Manufacturing Document
  • Quality Management Document
  • Time Management Document

die mit einem Wert von 1,0 multipliziert werden, sowie

  • Financial Document (counted at line item level)
  • Material Document (counted at line item level)

die mit einem Wert von 0,2 multipliziert werden.

Hierbei zählt das Erstellen eines solchen “Documents”. Lesen, Aktualisieren oder Löschen von Dokumenten werden nicht berechnet.

Darüber hinaus führt SAP® neue Regeln bei Organisation und Governance ein, die eine strikte Trennung zwischen Vertriebsorganisation und -prozessen und der Auditorganisation und deren Prozessen vorsehen.

Wo schlummern Probleme?

Nach Einschätzung von Dr. Jan Hachenberger setzt SAP® mit dem neuen Modell mittelfristig primär auf ein „transaktionales“ bzw. „wertschöpfungsorientierte“ Lizenzsystem, das letztlich nur in eine Richtung funktioniert: in Richtung Umsatzzuwachs für SAP®.

Benötigt der SAP®-Kunde aufgrund von steigenden Bestellungen „Sales Documents“ immer mehr SAP®-Lizenzen, lassen sich die Zusatzkosten für Softwarelizenzen für die indirekte Nutzung zuzüglich der damit verbundenen Pflegegebühren noch verschmerzen. Kritisch wird es aber spätestens dann, wenn auf Grund ausbleibender Bestellungen oder – im Sinne einer Optimierung – mit Einführung eines neuen Bestellprozesses die Anzahl der mit SAP® verwalteten Bestellungen zurückgeht. Die zuvor gezahlten Lizenzkosten erstattet SAP® selbstverständlich nicht zurück – egal wie schlecht es bei dem Kunden läuft oder wie sehr sich der Kunde bemüht, seine Prozesse zu optimieren.

Was bleibt, ist die kontinuierliche Optimierung der Lizenzen, um nicht Gefahr zu laufen, die falschen oder zu viele Lizenzen zu kaufen und am Ende mit Pflegegebühren über Jahre hinweg für diese Fehlentscheidungen „bestraft“ zu werden.

Wie geht es weiter? Was ist zu tun?

SAP® rollt das neue Vertriebs-, Audit- und Preismodell seit April 2018 aus und hat angekündigt, in den kommenden Monaten weiteres Schulungsmaterial und Tools zum leichtern Verständnis der neuen Lizenzbestimmungen zur Verfügung zu stellen.

Grundlegend können Bestandskunden entscheiden, ob sie beim bisherigen Modell bleiben oder auf das neue Preismodell wechseln wollen – je nachdem, welches Modell besser zu ihren SAP®- und Drittanwendungen passt.

Kunden, die jedoch noch nicht lizenziert haben, oder Neukunden wird diese Wahlmöglichkeit nicht angeboten.

Unterstützung benötigt?

Wir unterstützen Sie gern bei der Frage, welches Modell für Sie geeignet und sorgen mit einem systematischen Lizenzmanagement für eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung Ihrer Lizenzen. Sprechen Sie uns an.

Über den Autor

Portrait Dr. Jan Hachenberger

Dr. Jan Hachenberger ist Partner and Executive Board Member der ConSalt Unternehmensberatung GmbH. Im Auftrag des Deutschen Instituts für Normung (DIN) e.V. entwickelt Dr. Hachenberger als Delegierter und Vertreter Deutschlands den internationalen Standard für IT Asset Management weiter. Der promovierte Politikwissenschaftler und Diplom-Kaufmann hat sich das Ziel gesetzt, die ConSalt Unternehmensberatung GmbH zum führenden deutschen Beratungs­unternehmen für IT und Software Asset Management zu entwickeln.

Kategorie:

IT

Stichworte:

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  • #Lizenzierung
  • #SAP

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