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Cloud Management / Software Asset Management – eine Abgrenzung

Hieß es vor einigen Jahren noch: wir kaufen uns ein Tool – wir machen SAM (was an sich schon ein völlig falscher Ansatz war), so konnte man doch, wenn man alles richtig gemacht hat, durch Software Asset Management viel zur Risikominimierung und zur bedarfsgerechten Planung des Einsatzes von Software im Unternehmen beisteuern.

Bei Nutzung der Cloud sagt der Clouddienstanbieter, was verbraucht wurde und der Vertrag, wie das zu vergüten ist.

Klingt doch gut, dann brauchen wir ja in Zukunft weder das Team noch das Tool für SAM. Klingt aber nur gut. Denn die Nutzung von Clouddiensten erfordert eine sehr komplexe und völlig andere Sichtweise auf das IT-Lizenzmanagement. Aber eben immer noch das Lizenzmanagement oder gern auch Software Asset Management.

Abgesehen davon, dass es noch sehr lange dauern wird, bis jegliche Software in die Cloud verlagert werden kann oder aus ihr kommt, wird das Software Asset Management zumindest für die Software on premise seine Daseinsberechtigung in der alten Form behalten.

IT-Lizenzmanagement ist mehr als Inventarisierung

Das neue Risiko der Cloudnutzung ist das der permanenten Überlizenzierung. Denn der Cloudbetreiber zeigt jede Nutzung an, trackt, protokoliert und dokumentiert sie, um daraus seine Abrechnung zu generieren. Unterlizenzierung und damit Auditrisiko Fehlanzeige.

Der Fokus verschiebt sich mehr auf den Bedarf hinsichtlich des Nutzerverhaltens. Wer nutzt was, wer benutzt was, wer braucht was, jedoch und vor allem: wer nutzt, benutzt, braucht etwas nicht mehr?

Das hat Einfluss auf die Bestellung, die Reservierung und die Rückgabe von Lizenzen. Das Software Asset Management rückt damit wieder etwas näher an die Fachgruppen und deren Geschäftszweck, denn deren Anspruch an Flexibilität, Kostenbewusstsein und Weiterentwicklung bestimmen die Grundlagen für die Parameter, die in einem Vertrag Berücksichtigung finden sollten.

Vom rückwärtigen Tracking und Auswerten verändert sich das IT-Lizenzmanagement hin zur zukunftsgerichteten ständigen Bedarfsermittlung. Und die kann noch anspruchsvoller sein, als die bestehende Inventarisierung, weil sie bezogen auf unterschiedliche Herstellervorgaben um weitere Daten kümmern muss, die es zu beachten gilt. Daten, die vielleicht bisher so nicht als messbar oder notwendig beachtet wurden.

Software Asset Management wird zum Nutzer-Management

Dabei geht es um die neuen Aspekte der Berechnung:

  • Zeitlich (monatlich, täglich)
  • Leistung (IO, Speicherbedarf, CPU-Leistung)
  • Nutzer (Mehrfachanmeldung von Geräten, IMAC, LDAP-Pflege)

Das Software Asset Management wird zum Nutzer-Management – andere IT-Disziplinen stehen plötzlich im Fokus des Lizenzmanagements für die Cloudnutzung: die LDAP-AD Administration, der IT-Einkauf, die IT-Security.

Und nicht vergessen werden darf die Identifikation des einzelnen Nutzers nach Authentifizierung (Klarname, E-Mailadresse) durch den Provider. Für jeden einzelnen Nutzer von Office365, also jeden. Muss da nicht über eine Einbeziehung des Betriebsrats nachgedacht werden, wegen der Möglichkeit, Leistungen eines Einzelnen nachzuvollziehen (faktisches Metering)? Oder etwa über Datenschutz wegen der Offenlegung personenbezogener Daten an Dritte?

Technisch bedarf es einer Erweiterung der Schnittstellen zur Bestimmung der tatsächlichen Nutzung zum Beispiel durch das sogenannte Cloud-Tracking, aber auch zur IO und anderer Leistungsvermessungen oder zur Bestimmung von indirekten Nutzungen. Reicht da die bisherige Technologie, muss sie erneuert, ersetzt oder nur ergänzt werden?

Falls Sie sich diese Fragen stellen, denken Sie bitte auch gleich an die Veränderung des Lizenzmodells von SAP, vom personenbezogenen Named User zur Volumenlizenzierung nach Verarbeitungsaufträgen – und plötzlich werden Roboter und Maschinen zu Lizenzbedarfserzeugern.
[Und zack sind wir – zumindest technisch gesehen – bei Industrie 4.0, bei abgeschlossenen, kaskadierenden Netzwerken und Maschinen-Software, aber das wird an anderer Stelle erörtert werden.]

SAM kann viel mehr als Compliance

Muss man angesichts dessen und zusammen mit den Neuerungen der Cloudnutzung nicht doch darüber nachdenken, ob SAM nicht doch viel mehr kann und ist als Compliance, wie mein Kollege Dr. Jan Hachenberger in seinem Artikel in der Computerwoche ausführt?

Fakt ist, die technischen Veränderungen durch die Nutzung von Angeboten aus der Cloud bringt eine Veränderung des Software Asset Management oder auch des IT-Lizenzmanagement mit sich, ob man nun bereit ist größer oder in kleinen Schritten denkt. Wir denken gern mit Ihnen mit.

Über den Autor

©Studio157.de

Der studierte Jurist und Datenschutzbeauftragter (TÜV) unter Einbeziehung der EU-DSGVO Marco Widlok ist seit 2006 in der IT-Branche tätig. Der im Bereich Software Asset Management spezialisierte Fachmann für Lizenzrecht verfügt über um­fassende Erfahrungen im Bereich strategische Prozess­analyse und -beratung und steht Unternehmen aller Größen­ordnungen u.a. als Berater für Lizenzmanagement, Urheber- und Lizenzrecht (Microsoft und andere E-Level Hersteller) sowie Audit Vor- und Nachbereitungen zur Verfügung.

06.06.2018, ©ConSalt Unternehmensberatung GmbH, alle Rechte vorbehalten

Kategorie:

ConSalt

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